Mein Kind gibt den Ton an


Neulich in meiner Praxis…

„Meine Kinder haben das Zepter und sagen, wo’s langgeht“, erzählt mir eine verzweifelte, erschöpfte Mutter, „ich kann keine 5 Minuten für mich alleine sein, ohne dass sich nicht ein Kind meine Aufmerksamkeit wünscht“. 

Viele Eltern (vor allem Alleinerziehende) berichten mir, dass sie von ihren eigenen Kindern regelrecht überwalzt werden. Ein Kind zerrt hier, das Andere dort – Eines wünscht Pizza, das Andere Spaghetti. Kaum ein Gespräch unter Erwachsenen begonnen, stellt sich das Kind wieder durch quengeln in den Mittelpunkt. Keine 5 Minuten abgesessen, um sich ein paar Seiten eines spannenden Buches zu gönnen, stürmen die Kinder wieder aus ihren Zimmern und wünschen sich deine Nähe. 

„Kann ich wirklich keine 5 Minuten für mich alleine sein?“
 „Wie kann ich bloss allen gerecht werden?“ 

Unter all dem Gezerre wird vielfach vergessen, was die Erwachsenen – die Eltern - selbst eigentlich wollen? Ja, was willst DU? Oftmals wissen die Erwachsen selbst gar nicht, was ihre Bedürfnisse sind und lassen mit sich einfach MACHEN und TUN… Wie ein Fähnchen im Wind – und DU lässt es zu.

Wenn du liebe Mutter, lieber Vater, deine eigenen Bedürfnisse nicht kennst, dann übernehmen Andere - häufig eben gerade deine eigenen Kinder - die Führung. Wenn du die Richtung nicht kennst und es dir egal ist wohin es dich treibt, dann setzen die Kinder die Segel und bestimmen den Ton. 

Doch was wenn du plötzlich bemerkst, dass dich dein Umfeld stets wie mehr in die Enge treibt und dir die Luft zum Atmen nimmt?
Was wenn dir deine eigenen Kinder auf der Nase rum tanzen? 
Was, wenn du „nein“ denkst und dem Familienfrieden zu Liebe stets „ja“ sagst? 

Solange es für dich stimmig anfühlt, na bitte – wenn nicht, dann übernimm wieder Verantwortung für DEIN Leben! Du darfst auch „NEIN“ sagen - DU hast die Wahl. 

Werde dir bewusst, was DU willst und kommuniziere liebevoll deine Bedürfnisse und deine Grenzen mit deinen Kindern. 

Es sind nicht die Kinder, die dich übergehen – DU lässt dich übergehen. Du hast dich selbst handlungsunfähig gemacht – die Entscheidung liegt bei dir, deine Position wieder zu ändern. 

Aus Angst, nicht geliebt zu werden haben sich viele Eltern oft unbewusst zu Marionetten ihrer eigenen Kinder mutiert. Möchtest du das wirklich? 

Wie sehr verrätst du dein eigenes Herz, wenn du stets „ja“ sagst und „nein“ denkst? Du übergehst und verletzest damit ständig dich selbst und erzeugst Unfrieden in dir. Im Ursprung bist du wütend auf dich selbst, doch machst du deine Kinder dafür verantwortlich. Die Kinder sind lediglich dein Spiegel deines Innenlebens. Schenkst du dir und deinem Inneren Kind zu wenig Aufmerksamkeit und Liebe, werden dir deine Kinder im Aussen deinen Mangel offensichtlich aufzeigen. Setzt du dir selbst keine Grenzen, weil du deine Bedürfnisse nicht genug kennst, wirst du vom Aussen überfahren. So einfach. 

Kinder dürfen ihre Gefühle, ihre Meinung äussern – unbedingt. 
Sie dürfen ihre Persönlichkeit leben und ebenso lernen „nein“ zu sagen, wenn es für sie nicht stimmig anfühlt. Gehe DU als erwachsene Person als Vorbild voraus und lebe ihnen vor, wie offen und ehrlich die eigenen Bedürfnissen und Gefühle ausgesprochen werden können. 

Fülle deinen Mangel und schenke dir selbst diese Aufmerksamkeit und Liebe, die deine Kinder so sehr benötigen. Sind deine wahren Bedürfnisse gestillt, wird es pure Lebensfreude, deine Glücksgefühle und Liebe deinen Kindern bedingungslos weiterzugeben. 

Lass uns gemeinsam das Fähnchen im Wind zu einem stark verwurzelten Baum umwandeln. Hast du innere Stärke und Stabilität erlangt, weisst du ganz klar, was dein Herz tanzen lässt.